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Fasnachtspredigt 2013, St.Johannes d.T. Kransberg von der Kanzel an das Volk.

5. Sonntag im Jahreskreis  LJ C

Predigt
Liebe Schwestern, liebe Brüder,
Fastnacht hat im Griff uns wieder,
gleich hol ich aus dieser Tüte
ein Gerät besondrer Güte,
und setz auf hier diesen Hut,
er steht jedes Jahr mir gut,
prächtig strahlt die Fastnachtsmütz,
wenn sie auf dem Kopf mir sitzt.
Stadtrat Herder, Dank sei dir:
Tatest das Dingen leihen mir.  

Ehrlich, liebe Schwestern und Brüder in diesem Haus,
ich muß schon sagen: müd seht ihr aus!
Ihr seid ja auch in den letzten Wochen
von einer Sitzung zur nächsten gekrochen,
hier Liturgie, da die Verwaltung,
das Zentrale Büro mit Rufumschaltung,
Familie, Kitas, und auch die Mission,
das eine ist neu, das andere kennen wir schon,
die Zeit pressiert, man ruft Hop, Hop!
Auf dem Weg zur Pfarrei neuen Typs, da gibt’s keinen Stop.
Da wird nicht verschnauft, da wird nicht gedacht,
Hauptsache, der Sack wird am 1.1.14 zugemacht.
Die Großpfarrei, die soll es werden,
die neue Heimat für die katholischen Herden.
Was soll ich sagen, ich treibe nicht an,
das tut ein sehr viel wichtigerer Mann.
Da ruft doch wer: Stop, Pauli, halt jetzt den Rand,
deine Prozeßbeschimpfung ist doch allen bekannt.
Keiner will dich dazu länger hören,
wir lassen uns von oben mit goldenen Zeiten betören,
alles wird gut, alles wird besser,
bald rollen aus Limburg goldene Fässer
mit reichen Gaben für die große Pfarrei,
das finden wir prima, da sind wir dabei!
Du redest von Inhalt und von Visionen,

 

behauptest, ohne Ziel würd der Aufwand nicht lohnen,
so´n Schmarrn, wichtig ist nur die Organisiererei,
das bißchen Inhalt kommt von alleine dabei.
Ich merke, ich schweige jetzt besser still,
weil dieses Thema niemand mehr hören
will.

Dabei würde ich euch schon gerne einmal sagen,
worüber mir platzt fast täglich der Kragen.
Doch wie gesagt, dazu schweig ich heut still,
weil ich an Karneval keine finsteren Minen sehen will.
Zur Großpfarreiwerdung sag ich heut nichts mehr,
die Kost zu verdauen, ist auch viel zu schwer.
Nein, heut wolln wir froh sein und ausgelassen.
Hier heißt`s zwar nicht: jetzt hoch die Tassen!
Dafür gibt’s hier an diesem Orte
Aus der Bibel nur die allerbesten Worte!

 Doch ich warne, wenn Sie glauben,
daß ich hier nur Reime schrauben
und nur dummes Zeug erzähle
und mich durch die Reime quäle,
Obacht! Ruf ich, so geht´s nicht,
euch zu mahnen meine Pflicht!
Ich muß euch künden Gottes Wort,
damit zur Vollkommenheit ihr schreitet fort.
Christen seid ihr - und sollt es werden,
in euren Worten und Gebärden
erkenne jeder Mensch genau:
das ist gewiß ´ne Christenfrau,
das ist ein Mann nach Jesu Plan,
das sieht man beiden deutlich an.
Zu eurer Erbauung ein Wort zur Schrift,
reine Unterhaltung in der Kirche ist Gift,
ihr seid nicht gekommen zum Amüsieren,
oder um eure Lachmuskeln zu füsilieren,
ihr seid jetzt hier zum Lob des Herrn,
drum sammelt euch und zerstreut euch nicht fern.